Die stille und heilige Nacht war gar nicht so still

Gestern haben wir ihn wieder gesungen und gehört, den Schlager „Stille Nacht, heilige Nacht….“. Ein wohliger Schauer läuft uns über den Rücken. Vor uns entsteht das Bild jener Nacht, als Jesus geboren wurde. Der Knabe im lockigen Haar erblickt das Licht der Welt und es ist zunächst mal dunkel. Es ist still.

Still? Bethlehem ist so überlaufen, dass Maria und Joseph keinen Platz finden. Ganz Israel ist auf den Beinen, weil es zur Volksregistrierung geht. Israel ist besetzt. Das ist alles  anderes als beschaulich. Diese Tatsachen müssen wir  uns REGELMAESSIG vor Augen führen. Wir haben enorm hohe Erwartungen an die Weihnachtstage. Und kommen nicht gut damit zurecht, wenn alles ganz anders verläuft: eben nicht so friedlich, wie wir es erhoffen.

Ich kenne viele Leute, die in diesen Tagen mit Sorgen zu kämpfen haben. Mir fallen spontan drei Menschen ein, die im Krankenhaus liegen müssen. Nicht wegen Lappalien, sondern weil es ihnen richtig schlecht geht. Und mir fallen die Familien ein, die an diesen Kranken hängen. Mir fällt ein, dass Weihnachten genau wie eine Woche vorher und nachher ca. eine Milliarde Menschen kaum wissen, wie sie selber satt werden und wie sie ihre Kinder satt kriegen können. Zur gleichen Zeit zerbrechen wir uns den Kopf darüber, ob es nun Lachs oder doch lieber Gans oder vielleicht argentinisches Steak geben soll. Wobei ich hier nichts gegen ein gutes Essen sagen will! Es soll gefeiert werden – und dazu gehört ein gutes Essen, wenn es geht. Ich will nur sagen, dass die Beschaulichkeit, die wir uns wünschen, für sehr viele Menschen in weiter Ferne liegt. In genau dieser stillen Nacht.

Es war vor 2000 Jahren so wie es heute ist: Die Welt ist unruhig. Und ich auch! Das besondere ist, dass Jesus in diese unruhige, zerberstende, tödliche, hungernde, verlorene, sehnsüchtige, hoffende, enttäuschte Welt gekommen ist. Damals in jener Nacht, der heiligen Nacht.

Siehe weitere Blogeinträge zum Thema „Stille“:

Stille entsteht, wenn ich in die heilige Gegenwart Gottes trete. (20.12.2009)

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