Haiti

Wenn ich solche Bilder sehe, wie gestern Abend in den Nachrichten über die Situation in Haiti, bin ich total schockiert. Was für Schmerzen! Körperliche Schmerzen aber auch seelische Schmerzen. Menschen verlieren ihr Leben. Oder sie verlieren ein Kind, oder den Ehepartner, Eltern, Geschwister oder Freunde. Es ist unvorstellbar. Und das in Haiti! Ich versetze mich dann stark in die Menschen und es schmerzt mich.

Manchmal will ich mich dann innerlich entziehen. Ich denke dann, dass das alles zu viel ist. Ist es auch. Und doch will ich kein Mensch werden, der solche Bilder regungslos an sich vorbei ziehen lässt.

Ein anderer Gedanke folgt sogleich. Wir reagieren meist nur auf die Dinge, die in den Medien präsent sind. Jedes Schicksal, das es in die Medien schafft, existiert für uns. Die anderen nehmen wir gar nicht mehr wahr. Dadurch kann schnell ein Ungleichgewicht eintreten, das den wahren Verhältnissen und Schicksalen nicht angemessen ist. Beispiel: es ist medial nicht so dramatisch darzustellen, dass pro Jahr ca. eine Million Menschen an Malaria sterben.

Das Dramatische und Spektakuläre drängt sich in die Nachrichten und damit auch in unsere Gedanken und Herzen.

Ich möchte das eine tun und das andere nicht lassen. Das heißt: die langfristigen, wenig medienwirksamen Hilfen unterstützen, aber ich möchte auch in einer solchen extremen Situation – wenn es geht – helfen bzw. Helfer unterstützen.

Wie machst Du es? Wie empfindest Du die Bilder und Kommentare aus Haiti? Schreib einen Kommentar.

Ich werde später auf dem Blog noch informieren, wie aus meiner Sicht finanzielle Hilfe gut kanalisiert werden kann.  Ich informiere mich über den internationalen Bund Freier evangelischer Gemeinden und halte euch auf dem Laufenden.

10 Kommentare zu „Haiti

  1. Ja, die Tragik ist unbeschreiblich – und dann kommt immer gleich die gleiche Frage, warum verhindert Gott solches nicht? Eine mögliche Ursache – bitte nicht falsch verstehen und ich möchte nicht überheblich und selbstgerecht erscheinen – so denke ich, fand ich heute morgen im Buch ‚Gebet für die Welt‘:
    75 % der Katholiken, das sind schon 2/3 der Bevölkerung sind tief im Voodoo-Kult verstrickt. Dazu noch ein Zitat: ‚Die Tyranneien, die Grausamkeiten und der Gebrauch von Voodoo haben einen Geist der Bosheit gefördert, der j e d e Ebene der Gesellschaft durchdringt.‘
    Wenn ein ‚christliches‘ Land sich so sehr mit zerstörerischen daemonischen Kraeften verbündet, was darf es eigentlich dann von Gott erwarten? Liefert uns die Bibel nicht genug warnende Beispiele, wie sehr Gott es hasst, wenn sich seine Anbeter mit dem Feind verbünden. Was erhielt Israel als Strafe, als es demBaalskult frönte. Und heisst es nicht im Korinther-Brief:’Ihr könnt nicht am Tisch Gottes und gleichzeitig am Tisch der Daemonen sitzen!‘
    Sollte man auch nicht mal den Standpunkt Gottes zu verstehen suchen, der ohnehin sehr viel Geduld mit seinen Geschöpfen zeigt?
    Wie sieht es ausserdem mit der Verantwortung der christlichen Leiter aus, besonders der der katholischen Kirche? In welchen Schlamassel haben sie ihre Schafe geführt, die doch eigentlich Jesu Schafe sind?

    1. Vielen Dank für den Kommentar. Du sprichst damit eine Frage an, die viele Christen beschäftigt. Darüber könnte man, wie immer, ganze Bücher schreiben. Ich will wenigstens kurz darauf eingehen. Was ich gut finde ist, dass du eben nicht „von oben“ oder „selbstgerecht“ sprichst. Dein Ton ist zurückhaltend und eher vorsichtig. In der Sache möchte ich widersprechen.
      Die Zusammenhänge von Not, Leid, Katastrophen im Leben von Menschen oder Nationen und ihrer religiösen Betätigung, Frömmigkeit oder ähnlichem sind nur mit extremer Zurückhaltung zu sehen. Warum?
      Manchmal trifft Leid sogar die ganz frommen Leute?
      Die Bibel selbst (auch im Alten Testament schon) enthält Texte in der das Problem beschrieben wird: dem Frommen geht es schlecht und der Gottlose, der sonnt sich und lässt es sich gut gehen.
      Im Theologen-Sprech ist das, was du beschreibst der „Tun-Ergehen-Zusammenhang“. Soll heißen: so wie du tust, wird es dir ergehen.
      Diese Zusammenhänge gibt es (5. Mose u.a.) – sind aber durch Jesus und auch im AT selber schon wieder durchbrochen.
      Zugespitzt müsstest du ja von einer „Gottesstrafe“ sprechen. Und da sage ich. 1. Die Strafe liegt auf Jesus Christus. 2. Das Gericht, wo noch mal alles vorkommt, das steht uns noch bevor. Bis dahin ist es besser, solche Ereignisse offen zu lassen, Fragen offen zu lassen und nicht mit solchen Antworten zu erklären. Diese Antworten haben nämlich kurze Beine, reichen nicht weit.
      Aber noch mal Danke für’s Einbringen, denn nur dadurch ist es möglich, so etwas mal zu diskutieren. Denk mal drüber nach.
      Ansgar Hörsting

  2. Danke für diese Möglichkeit. Seit heute Morgen denke ich nach, wie kann ich da am sinnvollsten auch mit etwas Geld helfen. Aber ich weiß wirklich nicht, wohin soll ich überweisen. Es gibt im Internet massenhafte Hilfsaufrufe. Ich merkte, ich will nicht irgendwo Geld hin überweisen, sondern würde lieber die Geschwister oder Missionare vor Ort unterstützen, damit die Hilfe auch sinnvoll direkt ankommt.

    Danke daß Sie sich über die Kanalisierung der Hilfe informieren und hier im Blog Information geben.

    P.S. Zu Johannes, ich finde die Menschen auf Haiti brauchen Hilfe und Gebet. Laß uns nicht nach dem „warum“ fragen, sondern einfach helfen in dem Rahmen unserer Möglichkeiten. Diese Frage „Warum und wieso“ hilft uns nicht weiter und den Menschen auf Haiti auch nicht. Ich finde alles schrecklich und möchte, daß den Menschen dort in der schrecklichen Katastrophe soweit wie möglich geholfen werden kann. Ganz liebe Grüße Brigitte

  3. Danke fürs Kommentieren. Es stimmt sicher, dass sich oftmals die Bösen sonnen und die Guten leiden, siehe Buch Hiob.
    Aber ich denke andererseits auch, dass Gott sich in seiner Persönlichkeit nicht veraendert. Was ich über die Geschichte Haitis gelesen habe, ist z. B. folgendes: 1791 hat die unterdrückte Sklavenbevölkerung, um sich der ‚christlichen‘ Franzosen zu entledigen, die Insel dem Satan geweiht.
    Solche Flüche haben u. U. langfristige Auswirkungen. Das ist kein naives Kinderspiel!
    Man denke nur an den Ausruf der Massen vor Jesu Kreuzigung:
    ‚Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!‘ Dieser selbstauferlegte Fluch macht es den Juden bis heute schwer gegen den oft so unverstaendlichen Antisemitismus anzugehen. Aber Gott laesst sich nun mal nicht verspotten.
    Es ist vielleicht etwas unmodern, auch diese Seite der Medaille Gottes anzuprechen, aber nicht nur im AT legt Gott den Menschen Fluch oder Segen zur Wahl vor. Im Lukas-Ev. Kap. 19:27, schliesst Jesus im Gleichnis von den anvertrauten Pfunden mit den Worten:
    ‚Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich König über sie werde, bringt sie her und erschlagt sie vor mir.‘ Das klingt ganz schön schockig aus dem Mund von Jesus, aber es sind seine Worte.
    Oder aus Matth. 7 :13,14
    Geht ein durch die enge Pforte, denn weit und geraeumig ist der Weg , der ins Verderben führt und viele sind es, die auf ihm gehen…..und schmal der Weg, der zum Leben führt und wenige sind es, die ihn finden.
    Von markigen ‚Offenbarungs‘-Worten (Kap. 19-21) will ich jetzt mal absehen, aber auch diese sind von Jesus inspirierte Worte, die Johannes erhielt.
    Eigentlich ist das Prinizip klar, jede bewusste Verbündung mit dem erklaerten Feind Gottes, Satan, kann, wenn keine Reue erfolgt, kurz- oder langfristig nur Zerstörung, Leiden und Zusammenbruch nach sich ziehen.

    Selbstverstaendlich ist es unsere Aufgabe als Christen, taetige Naechstenliebe zu zeigen – nur damit man meine Motvation versteht – ich engagiere mich selbst für Leukaemiekinder, habe ein Patenkind und es liegt mir ferne, den Richter zu spielen. Mir geht es nur darum aufzuzeigen, dass es nach meinem Bibelverstaendnis von jeher hochgefaehrlich war, ob Einzelperson oder als grössere Gruppierung, Gott bewusst zu reizen. Es hat in der Geschichte nur haerteste Konsequenzen nach sich gezogen.

    1. Ich merke, dass ich diese Zuspitzung, die du vornimmst, nicht ganz stehen lassen kann. Letztlich sagst du ja, dass das Erdbeben eine Fluch Gottes und eine Reaktion auf die Abkehr von ihm ist. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Gott als Richter erscheinen wird, aber das ist für die Zukunft gesagt. Bis dahin wird die Sonne aufgehen über Gerechte und Ungerechte!! Und auch Erdbeben, wie auch Unfälle und Krankheiten, treffen Gerechte und Ungerechte. Damit will ich nicht weichspülen. Ich will Aussagen der Bibel stehen lassen. Aber bei falschen Anwendungen und Zuspitzungen habe ich meine Schwierigkeiten. Die sehe ich in diesem Fall.

  4. Ich bin gestern durch Jesus.de über diesen Blog „gestolpert“ und finde ihn sehr interessant.

    Meine ersten Gedanken bei den Bildern waren Erschrecken und Dank. Erschrecken über dieses unvorstellbare Leid … und Dank dafür, hier in einem Land zu leben, wo es relativ ruhig und sicher ist. Und mein ganzes Leben bisher etwas nur annähernd Vergleichbares (noch) nicht erlebt zu haben zu müssen. Ich weiß nicht, ob ich / ob wir dies irgendwie „verdient“ haben, genau so wenig, wie die Haitianer. Für mich gehört das mit zu den Dingen, wo Gott mir einfach fremd, unverständlich ist.

    Leider muss ich auch bei mir feststellen, dass durch die Nachrichten / Bilder mein Helfen wollen (Portemonnaie) leichter erreicht wird …
    Dabei gibt es auch gute (nachhaltige) Möglichkeiten, mit relativ wenig Geld, viel Hilfe (zur Selbsthilfe) zu erreichen, z.B. Kleinkredite, die wirklich bei den „Armen“ ankommen. Als Beispiel über OID, eine christliche „Bank“ für solche Kleinkredite.
    Trotzdem war ich froh, als nach den Flutkatastrophen auf den Philippinen Hilfe über die Allianzmission gebündelt wurde.
    Vielleicht müssen wir ja beides tun.
    Darum danke, wenn hier bald ein Tipp für gute Hilfe für Haiti steht.

    Mein Gebete haben die Bilder übrigens auch etwas verändert.
    Gottes Segen,
    Klaus

  5. Es ist noch nicht so sehr lange her, da hätte ich bei derartigen „Schicksalsschlägen“ ähnliche Kommentare zur Hand gehabt wie Johannes. Erst als ich eine neue Sicht auf Jesus bekommen hatte (als er meine Augen geöffnet hatte), hat sich meine Einstellung verändert. Jesus hat die Forderungen aus Jesaja 58, 6-12 nicht interpretiert, sondern befolgt. Er hat geheilt und befreit und sich den Armen und Elenden zugewandt, ohne nach den Ursachen zu fragen oder sie zu thematisieren. Erst danach hat er zu einem veränderten Leben aufgerufen, zu dem sie vorher gar nicht fähig gewesen wären.

  6. Du hast völlig recht.
    Ich bin von Beruf Rettungsassistent und weiss, wie Menschen nach Ereignissen leiden, in der sie schwer oder aber nur mittelschwer oder leicht verletzt sind. Oft wirken da nicht einmal für unsere Begriffe „normale“ Schmerzmittel, sondern man muss mit richtigen „Geschützen“ auffahren. Es ist grausam, wenn die Menschen, wie jetzt in Haiti, ihre körperlichen Schmerzen nicht gelindert bekommen, geschweige denn die seelischen. Aber man muss dabei bedenken, jeder einzelne erleidet seine Schmerzen nur für sich selbst. Es ist in Haiti nicht eine Masse, die leidet, das vielleicht unter anderen Aspekten auch, sondern tausende von einzelnen. Diese einzelnen gibt es nun, wie Du schon schreibst, nicht nur in Haiti, sondern auch auf unspektakulärere Weise bei Krankheitepidemien und nicht zu vergessen, bei vielen Einzelnen vor unserer Haustür. Eine Hilfe für Haiti ist gut, aber irgendwie ist die dahinterstehende Motivation fraglich, wenn einem dabei der leidende Nachbar gleichgültig ist.

  7. Jede Tat, jede Handlung sogar jedes Wort hat eine Auswirkung, ganz zwangsläufig – sonst gäbe es keine Geschichte. Dies gilt auch im sogenannten geistlichen Bereich, weil man den von dem weltlichen gar nicht trennen kann wenn man die Bibel ernst nimmt. Wenn ich über Jahre zuviel Alkohol trinke, kann ich Gott nicht dafür verantwortlich machen wenn meine Leber nicht mehr mag. Wenn ich meine Kunden schwach anrede brauche ich mich nicht wundern wenn ich keine Aufträge mehr bekomme. Wenn nun viele Menschen meinen, daß der Schutz durch okkulte Praktiken besser ist als das Gebet zu Gott – mit welchem Recht frägt man dann warum er so etwas schlimmes zulassen kann?
    Gott weiß wie weit ich davon entfernt bin andere Menschen zu richten aber geistige Zusammenhänge zu verschweigen heißt Menschen in einer falschen, trügerischen Sicherheit zu wiegen.
    Als ich die Bilder im Fernsehen gesehen habe, sind mir die Tränen gekommen und ich habe für diese Menschen gebetet um Trost in ihrem Schmerz und ich werde auch für sie spenden – aber später wenn die große Öffentlichkeit vorüber ist und man sie zu vergessen beginnt weil woanders schon wieder etwas passiert ist über das man berichten kann.

  8. Lieber Ansgar,

    ich freue mich, dass über unseren Bund langfristige Hilfsaktionen unterstützt werden. Ich habe mich mit meiner Familie entschlossen, die diesjährige Fastenzeit sehr sparsam zu leben, um dann das, was übrig geblieben ist, auch für Haiti zu spenden. Vielleicht könnte man diese Idee über FeG weitertragen?

    Herzliche Grüße aus Aachen
    Wulf

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