Berliner Reisetagebuch 7

Der Abschluss meiner Berliner Reise lag vor allem in der FeG Moabit. Jugendabend am Samstagabend und der Gottesdienst am Sonntagmorgen. Ich hatte ziemlich mit meiner Stimme zu kämpfen, bzw. damit, dass sie hält. Am Ende war alles gut gegangen, aber zwischendurch war doch zu befürchten – oder zu hoffen, je nach Perspektive – dass meine Beitrag zum Gottesdienst lediglich eine Kurzpredigt würde. Wenn man vor dem Gemeindehaus in Moabit steht sieht man zunächst nicht viel. Das Grundstück und Haus ist schmal. Aber es zieht sich in die Tiefe. Noch hinter dem Gottesdienstraum erstreckt sich ein geräumiger und sehr gastlicher Raum. Und für Gastlichkeit wird er auch genutzt. Mit der indonesischen Gemeinde hatten wir hier gegessen. Die Jugendlichen gaben selbstgemachte Pizza aus (Kompliment!), der Kamin verbreitete eine wohlige Atmosphäre. Und am Sonntag schließlich noch Kaffe und Kuchen, und die Hütte war voll, nicht zuletzt wohl wegen der Gäste aus Falkensee, Staaken, Friedrichshain und – ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.

Das Wertvollste war auch an diesem Morgen der Eindruck einer großen Herzlichkeit und Gemeinschaft. Ich glaube, dass das wahre Oasen inmitten einer Welt sind, in der es hart und nicht selten distanziert zugeht. Das ist zwar noch nicht das Evangelium von Jesus Christus, aber dieses Evangelium bewirkt, wenn es Menschen verändert und uns prägt, dass Gemeinden Oasen sind. Wenn Menschen das spüren, werden sie angezogen werden. Da fällt mir ein, dass das der Vertreter der FeG Zossen am Samstagmorgen erwähnte. Er sagte, die Gemeinde konzentriere sich zurzeit auf das, was sie am besten können: Gastfreundschaft. Und Gäste kommen! Interessante Perspektive. Habe ich so auch selten gehört. Einfach, liebe- und wirkungsvoll.

Damit schließe ich mein Berliner Reisetagebuch: mit einem Lobgesang auf Gemeinde, die Jesus baut. Ich habe sie in Berlin und Umgebung sehr, sehr unterschiedlich erlebt. Ihre Formen sind sehr verschieden. Ihr Umfeld ist verschieden. Ihre Schwerpunkte sind verschieden. Dabei habe ich in meinem Reisetagebuch gar nicht alles aufgezählt, was erwähnenswert gewesen wäre. Wenn Gemeinde echt ist, wenn sie Jesus im Mittelpunkt hat und Menschen Liebe erfahren, dann ist Gemeinde das, was sich Jesus darunter vorstellt. Seine Herde, sein Haus, seine Braut, sein Leib – alles verschiedene Bilder aus der Bibel für die Gemeinde Jesu. Aber immer ein Ort, in dem es gut ist zu sein. Und immer ein Ort, der eine gestaltende Kraft für die Umwelt hat. Das stelle ich mir unter Freier evangelischer Gemeinde vor.

Danke an alle, die mir diese Woche begegnet sind und mich liebevoll aufgenommen haben.

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