Männer

23 10 2013

„Mann sein – in den Augen Gottes“. Über dieses Thema sollte ich beim ersten Männertag im Bund FeG am 5.Oktober 2013 referieren. Ich hatte bis dahin wenig Bezug zu diesem Thema. Ich habe mir nie besonders viele Gedanken gemacht, ob ich das, was ich tue, als Mann tue oder einfach als Mensch, als der, der ich eben geworden bin. Als ich mich dann mit der Thematik beschäftigte, begegneten mir fast jeden Tag Hinweise auf‘s Mannsein. Freizeitangebote für Männer, Männermode, Männerwitze, Männermagazine, Männerforschung. Sehr häufig kippte das Material in extreme Richtungen. Entweder Männer wurden gleichgesetzt mit Kettensägen schwingenden, am Holzkohlegrill (Gas geht gar nicht!) stehenden, Zoten reißenden Machos. Oder aber sie wurden dargestellt als etwas unterbemittelte und sozial inkompetente Primitivlinge. Oder aber es durften prinzipiell keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen existieren, weil Ungleichheit zugleich Ungerechtigkeit bedeuten würde, was von der Genderideologie gerne propagiert wird.

Mir wurde immer klarer: Wenn wir nicht eine gesunde Beschreibung vom Mannsein haben, wird das Vakuum mit diesen Klischees und Verzerrungen gefüllt. Ich nannte meinen Vortrag: „Mannsein, jenseits von Macho- und Schluffitum“. Ja, Gott hat den Menschen geschaffen. Als Mann und Frau hat der Mensch den Auftrag, sich zu vermehren und die Erde zu gestalten. Das ist unsere gemeinsame Berufung. Aber Gott hat den Menschen eben als Mann und Frau geschaffen. Männer und Frauen unterscheiden sich. Die xy/xx-Chromosomen sind unterschiedliche Grundlagen, die in alles hineinwirken, was wir sind. Die männlichen und weiblichen Hormone bestimmen einen großen Teil unseres Lebens. Bei der „Vermehrung“ gibt es rein physiologisch nicht zu bestreitende Unterschiede. Während der Mann theoretisch in zwei Minuten ein Kind gezeugt haben kann, trägt die Frau das Kind neun Monate in sich. Der Mann kann sich (wieder theoretisch, aber leider oft auch praktisch) ohne weiteres aus dem Staub machen. Die Frau gebiert das Kind, säugt es und kann dadurch eine ganz andere Bindung zum Kind haben. Schließlich ist das Gehirn der Frau anders konzipiert. Man kann vereinfacht sagen, dass bei ihr mehr Zellen und Areale miteinander verknüpft sind. Während der Mann eher zielorientiert denkt, kann die Frau umsichtig denken. Sie nimmt mehr wahr! Beides hat Vor- und Nachteile.

Sicher, diese Unterschiede treffen so nicht auf jeden einzelnen Menschen in gleicher Intensität zu. Aber die Richtungen sind unbestreitbar und man sollte sie zumindest begrüßen – ohne jeden einzelnen Menschen damit festzuschreiben. Wichtig ist aber nun die Frage, was man mit den Unterschieden macht.

Ich glaube Männer neigen dazu, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Schon Adam sagte: „Die Frau, die du mir gegeben hast, die gab mir von dem Baum und ich aß (1Mo 3,12). Männer neigen dazu, nachdem sie Kinder gezeugt haben, alles weitere den Frauen zu überlassen. Das ist weltweit leider oft genug Realität.

Aus diesem Grund ist eine große Botschaft an die Männer: Übernehmt Verantwortung! Als Ehemänner sollen wir unsere Frauen lieben wie Christus die Gemeinde. Als Männer sollen wir uns vor Gott verantworten. Wir sollen uns nicht als Opfer von Hormonen und Umständen in dieser Welt sehen, sondern eben die Welt gestalten! Im Namen des Gottes, der uns geschaffen hat.
Deswegen ist meine Botschaft: Seid keine Machos, die ihre innere Schwäche mit angeblich männlichem Gehabe überdecken! Aber auch nicht Schluffis, die keine Verantwortung übernehmen und alles schön den anderen überlassen! Verzieht euch nicht in die weinerliche Ecke mit den Klagegesängen über die „die böse Welt“ oder „die bösen Frauen“ oder „die böse Genderideologie“! Jenseits dieser beiden ungeeigneten Konzepte ist der Mann von Gott geschaffen, geprägt und geliebt. Er soll vor Gott leben, seine Beauftragung (Weltgestaltung und Mission) annehmen und Verantwortung übernehmen: für sich, für die Familie, in Gesellschaft, Beruf und in der Gemeinde.

Ich weiß, es ist uns bald zu viel, so etwas zu hören. Mir auch. Aber wenn es uns zu viel ist und wir vor der Fülle von Verantwortung weglaufen möchten, bleibt uns nur eins: zu Gott zu kommen und ihn um die Kraft zu bitten, die wir brauchen. Eine angemessen Reaktion ist auf keinen Fall, sich zurück zu ziehen und zu schmollen. Nein, wir sollen uns in der Kraft Gottes und Gnade Jesu erheben und leben. Gott wird uns geben, was wir brauchen. Das hat er verheißen. Er zieht uns nicht nur zur Verantwortung. Er sagt: „Fürchtet euch nicht“ (Mt 28,10 und an vielen Stellen), „Sei stark und mutig“ (Jos 1,9) und „… junge Männer straucheln und fallen, aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft …“ (Jes 40,30f).


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